Gletscherschmelze & Tagesgang: Warum Schweizer Flüsse nachmittags steigen
Wie der tägliche Sonnenstand und die Schneeschmelze im Hochgebirge das sogenannte Kletterwasser verursachen. Wichtige Verhaltensregeln für Paddler an Lütschine, Inn und Vispa.
- ✓Gletscher- und Schneefelder schmelzen an warmen Sommertagen um die Mittagszeit am intensivsten.
- ✓Das Schmelzwasser benötigt je nach Fließstrecke 3 bis 8 Stunden, um die Talaue zu erreichen (Peak am späten Nachmittag oder Abend).
- ✓Flüsse wie die Lütschine oder der Inn können von morgens bis abends ihren Abfluss verdoppeln.
- ✓Wildwassertouren sollten im Sommer bevorzugt am Vormittag gestartet werden, um nicht in die Hochwasserwelle zu geraten.
Das Phänomen des Schmelzwasser-Tagesgangs #
Auf Schweizer Gletscherflüssen (wie der Lütschine im Berner Oberland, der Mattervispa im Wallis oder dem Inn im Engadin) erleben Paddler an sonnigen Sommertagen regelmäßig das Phänomen des Kletterwassers:
- 1 Morgens (Tiefststand): Nach kühlen Nächten im Hochgebirge ist die Schmelzrate minimal. Das Wasser ist oft klarer und der Durchfluss gering.
- 2 Mittags (Maximale Schmelze): Die hochstehende Sonne erwärmt Gletscher und Schneefelder. Riesige Mengen Schmelzwasser stürzen über Moränen und Bäche zu Tal.
- 3 Nachmittags / Abends (Flutwelle im Tal): Das gesammelte Schmelzwasser erreicht die Haupttäler. Der Pegel steigt rasch an, das Wasser färbt sich gletschermilchig grau, und die Strömung nimmt gewaltig an Wucht zu.
Wer im Juli die Lütschine oder die Giarsun-Schlucht am Inn paddeln möchte, sollte früh starten: Ein Einstieg um 10:00 Uhr findet oft perfekte Bedingungen vor, während derselbe Fluss um 17:00 Uhr gefährliches Wuchtwasser führen kann.
Redaktion Riverable Schweiz
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